Die klassisch-homöopathische Behandlung

beginnt mit einem Erstgespräch, welches bei Kindern ca. 1 Stunde, bei Erwachsenen ca. 2 Stunden Zeit erfordert. Ziel des Erstgespräches (der Anamnese) ist die möglichst umfassende Erhebung der Symptome des Kranken. Dabei spielen auch sogenannte Allgemeinsymptome (z.B. Frieren oder Schwitzen), Nahrungsmittelvorlieben oder -abneigungen und Umstände, die eine Besserung oder Verschlechterung des Zustandes bewirken, eine Rolle. Auch der psychische Zustand des Patienten, seine Lebensgeschichte, Erkrankungen in der Vorgeschichte des Patienten oder seiner Familie können Hinweise auf das zu verordnende Heilmittel geben und müssen bei der Anamnese berücksichtigt werden.

 

 

Von besonderer Bedeutung ist es, wie der Patient seine Symptome erlebt. Häufig führen die Symptome zu einem Erleben oder zu einer Erfahrung, wie wir es aus bestimmten Lebenssituationen, Krisen oder auch aus Träumen kennen. Dieses Erleben, diese manchmal wiederkehrende Erfahrung möglichst gut zu verstehen, kann die homöopathische Arzneifindung erheblich erleichtern.

 

Um während des Erstgespräches möglichst viel Zeit für den direkten Kontakt mit Ihnen oder Ihrem Kind zu haben, bitte ich Sie, zum Erstgespräch den ausgefüllten Fragebogen mitzubringen, den Sie in der Praxis erhalten oder von meiner Homepage downloaden können.

 

Im Fragebogen werden viele Dinge gefragt, die für die Mittelwahl eine Rolle spielen können, wenn sie ungewöhnlich sind. Es werden aber auch Themen berührt, die oft spontan nicht leicht zu beantworten sind, so dass Sie darüber nachdenken und/oder sich ggf. auch mit Ihrem Partner/Partnerin austauschen können.

Aus den erfassten Symptomen bzw. dem erfassten Gesamtbild der Erkrankung sucht der homöopathische Behandler das Heilmittel, das möglichst genau zu diesen Symptomen passt und verabreicht es in einer passenden Potenz.

 

 

Meist gebe ich das Mittel als Einmalgabe, d.h. Sie oder Ihr Kind bekommen von mir in der Praxis 3 Kügelchen (manchmal mit der Empfehlung, am kommenden Tag noch einmal 3 Kügelchen zu nehmen.

Man kann die Wirkung der potenzierten Arznei mit einem sehr feinen Reiz oder einem kurzen Impuls vergleichen, der den Organismus dazu veranlassen soll, seine

spezifischen Selbstheilungskräfte zu mobilisieren. Das gleiche Prinzip setzen wir ein, wenn wir kalte Hände kurz mit kaltem Schnee abreiben, damit sie warm werden.

 

 

Nach der Arzneigabe wird zunächst über einige Wochen beobachtet, ob die Gabe eine Veränderung bewirkt hat und wenn ja, welche.

 

Manchmal kommt es zu einer seelischen Verbesserung trotz gleichbleibender körperlicher Beschwerden. Das ist aus homöopathischer Sicht ein gutes Zeichen, das eine nachfolgende körperliche Besserung erwarten lässt.

Bei der Behandlung kann es allerdings auch (muss aber nicht) zu einer vorübergehenden Verschlechterung der körperlichen Beschwerden kommen.

 

Bei chronischen Erkrankungen erfordert homöopathische Behandlung einen regelmässigen Kontakt zwischen Behandler und Patient, damit die Mittelwirkung möglichst differenziert beobachtet, dokumentiert und beurteilt werden kann. Wenn neue (oder alte) Symptome auftreten, empfiehlt es sich, diese mit dem homöopathischen Behandler zu besprechen, bevor schulmedizinische Therapien eingeleitet werden.

 

Kaffee und ätherische Öle sollten in einer homöopathischen Behandlung in Absprache mit dem Behandler möglichst zumindest zeitweise reduziert oder weggelassen werden, da es Beobachtungen gibt, dass durch Kaffee und starke Gerüche die Wirkung homöopathischer Arzneimittel abgeschwächt werden kann.